Tagebuch

Dienstag, 30. Mai 2006

Zitronenfalter

Der Abgabetermin für spatien rückt heran, schon ist das Netz voll mit gegenseitigem "kannst Du mal eben drüberschauen?". Straff zieht sich auch meine Textur, ich wäge ab, mehr aus Unzufriedenheit mit den bisherigen Fassungen von Silvester und dem Briefkasten und gehe über die Texte mit lektorischen Sicheln, seltsam auf der Hut.


Tagebuch

Sonntag, 21. Mai 2006

I´d rather fake the book

You´ve been told to hold on. Zweiundzwanzig Silben und immer noch kein Satz. Kein Schlummer ohne den Blick in Kassandras Jackentasche, kleine Zettel, allesamt die gleiche Prophezeiung, Silbe für Silbe auf Papierfetzen gereimt. Ich zähle die Schnipsel, sechsundvierzig Silben. Macht zusamen achtundsechzig und immer noch kein Satz. Ich vermisse Ihre Geschichten. Ich auch, ich auch! Durch den Flur zum Regal mit den CDs, eine Hülle zerblättern, das Auge fischt nach Sätzen. Addiere: Zusammen dreiundneunzig Silben und immer noch kein Satz. Am Himmel kein Licht, nie ist der Mond schöner als heute; wie er die Silben versteckt, so verschmitzt wie ein Faun am Tümpel. You´ve been told to believe. Ich kann die Worte nicht hören, die der Regen prasselt, ab in die Küche, Wange an das kühle Fenster, Silben ohne Laut, Welt durch Glas. Streng Dich an! Nichts. Im Wohnzimmer Kartons voller Bücher, Silben millionenfach zwischen Küchensieben, Teppichen und Staubsaugerzubehör, bewacht von Dämonen aus Karamel unter Siegeln aus Nougat. Milliarden Silben und immer noch kein Satz. You´ve been told to hold on. Siebzehn Zigaretten in der Schachtel, kein Gott für Brandopfer in Sicht. "Rauchen kann tödlich sein". Zähle hinzu, macht neundundneunzig Silben. Amen. Hunderteins. Kein Satz.

Freitag, 17. Februar 2006

Nachhut.

Morgens die Geschichten eines Anderen im Kopf haben.
Ysaj verstellt mir den Weg ins Ulmenjahr. Es bleibt nur, aufs Handwerkliche zurückzugreifen und zu warten, bis Ysajs Zorn verraucht ist - für dieses Mal. Die Szenen gehen gerüstartig von der Hand, ich schiebe sie herum wie leere Regale.
Dafür verweigern sich die Erzählungen nicht, um kurz vor Fünf aus dem Schlaf gefahren, den Briefkasten skizziert, dann tritt der Protagonist jener "fremden" Geschichte, die nunmehr auch die meine ist, an den Tisch und legt seine Hand auf meine. Zieht mir den Bleistift weg. Öffnet das Script, deutet auf die Stellen. Der Briefkasten ist beleidigt. Kurz nur, dann lacht er und klappert.


Tagebuch

Mittwoch, 8. Februar 2006

Empfehlung , gleichwohl Rückbesinnung


Roul Schneider - Dina Nur
Fotografe - Skulptur

Ausstellung im Rahmen des 50jährigen Bestehens der Dortmunder Gruppe, Stadtgalerie Torhaus Rombergpark, Dortmund; 01.03.-04.03.2006. Vernissage 01.03.2006, ebenda, 19 Uhr - Sie treffen mich dort an (back to the roots, back to the friends).


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(Dina Nur und Roul Schneider)


[Die mittlere Fotografie (obere Reihe) hing in extremem Großformat in warmem Eichholzrahmen vier Jahre über meinem Bett. Einfach schön. Die Exponate sind wirklich mehr als einen Blick wert. Wegen des Copyrights und um unerlaubte Vervielfältigung zu verhindern habe ich die Bilder stark verkleinert. Kommen Sie und schauen Sie selbst]


Tagebuch

Samstag, 4. Februar 2006

Freund

In vergangenen Gewitterstürmen herumsitzen
bei zwei Grad auf dem Balkon.
Immer wieder muss mir so etwas passieren,
damit ich mich erinnere, dass ich nicht angehöre
einer Kultur, einer irdischen. Oder dass
jede Norm Erleben ausschließt, den Himmel aussperrt
und die Erde versklavt.
Das könnte ich jetzt aufzählen
- endlos - (blah)
betreffend welche Ebene auch immer.
Im Gunde aber doch nur
: Mich erinnere, dass wir alle sind
Kultur


Tagebuch

Samstag, 28. Januar 2006

Durga

Heute ist einer der Tage, die mich zögern lassen, das Buch zu öffnen. Weiterzuschreiben. Ich fürchte Ysajs Zorn, der zwischen den noch unbeschriebenen Seiten lauert, bereit zum Sprung. Nicht auf mich.
Aber das ist egal.

Donnerstag, 19. Januar 2006

Abschluss

Worst case Szenario: Wie räume ich über 100 qm in zwei Tagen - und noch nichts ist eingepackt.... Und wohin wird es dann gehen?

Ohne Hilfe nicht zu schaffen. Zeitdruck verspannt den Nacken, Existenz zeigt ihre Zähne.


Der Löwenanteil-Helfer vor dem Startschuss (das Bett wurde schon ins WoZi verfrachtet):

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Das Schlafzimmer einen Tag später:

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Wohnzimmer am Abend des zweiten Tages, trotz wenig Schlaf ging es zügig:

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Packen, packen, packen... koordinieren. Was wohin, zu wem und überhaupt...

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Der Rest der Küche am Abend des zweiten Tages:

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Wonungstür. Kartons, Kartons, Kartons..

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Das ruhmreiche Leben der Literaten:

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Ein Helfer (der Bruder) am späten Nachmittag des zweiten Tages:

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Vier Uhr morgens des dritten Tages

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Und er ist immer noch da

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obwohl er binnen drei Tagen kaum geschlafen und zusätzlich noch in einem anderen Bundesland gearbeitet hat. Eine halbe Stunde später fuhr er mich, die fix und fertig war und schon im Auto einschlief, in seine Wohnung (nochmal 260 km) - um hernach wieder arbeiten zu fahren. Titanenkondition.


Was bleibt:
Staunen: Und es geht doch. Ein Helfer reiste sogar aus BAYERN mit einem Wochenendticket an, nur um beim Kartonschleppen zu helfen. Fast alles konnte bei Familie, Freunden und Bekannten eingelagert werden - auch das hielt ich zuvor für utopisch. Die Freunde waren da und haben das Unmögliche ermöglicht, worin sich das Wesentliche so klar und tief zeigte, dass ich immer noch sprachlos bin.
Und: So schön hohe, alte Holztüren auch sein mögen: Ziehen Sie nie in eine Wohnung, in der die Heizungsrohre über Putz liegen.

P.S.: Ach ja - und trauen Sie keinem Vermieter, der Ihnen bis zuletzt vorgaukelt, sich gütlich einigen zu wollen, um Ihnen dann mitzuteilen, dass er Sie in drei Tagen räumt, so Sie nicht weg sind.

Samstag, 14. Januar 2006

Ein Traum wird wahr,

schält sich keck aus einem Albtraum und duftet nach Frühling, zeigt mir ein Bild, eine Vision für die kommende Woche:
Aus dem Zug steigen - und in ein neues Leben treten.

Freitag, 16. Dezember 2005

Dank.

Im Atem der bevorstehenden Sonnenwende danke ich ganz besonders neo-bazi und Markus A. Hediger - beiden für das Herz des Löwen.
Innig.
Und inniger.
Dem Master of Desaster danke ich ebenfalls. Für die Versuche. Feinheit in Entäußerung. Ich danke ferner parallaie für die verzauberten Gedichte, in die ich mich verlieben könnte, wann immer ich sie lese. Welch ein Reichtum.
Und ich danke Achim, der das Herz des Löwen für eine Selbstverständlichkeit hält.
Und meinem Freund Roul, dessen Kuss immer die Hoffnung schützt.

Eine gesegnete Wintersonnenwende allen, die s i n d.

Herzlich,
TheSource


scarab
Sol Invictus

Montag, 5. Dezember 2005

Voilá

Eine Frau, ein Wort


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