Netztrash

Sonntag, 27. März 2005

Blogging-Paranoia

Oder: alles ist relativ.

(In Ermangelung von Bezugsquellen für wörtliche Zitate hier der Erfahrungsbericht:)

Heute kommentierte ich ganz unbefangen eine textliche Passage auf einem Blog. Humorvoll, ein wenig spitzfindig. Retour kommt eine Ansage des Bloginhabers, mein Stil und "meine Art zu schreiben" würden in ihm den "Verdacht" wecken ich sei eine "Person" (Nachtrag: Eine gewisse "Morgaine") ... etc. etc. (mit der er wohl nicht grün ist, entnahm ich). Ferner löschte er kurzum sämtliche Kommentare seinen derzeit laufenden Threads und sperrte die Kommentarfunktion.
Oha, oha. ¿????¿¿?? Verblüffung.

Tatsächlich kenne ich weder die Person noch den Blogger. Aber es wird transparent, dass vor dem Übergriff auf intimste Gedanken wohl nicht Halt gemacht wird und Empfindlichkeiten entstehen, die einen kultivierten Umgang miteinander determinieren.
Das Ende der Unbefangenheit.
Meine Blogging-Unschuld jedenfalls habe ich verloren.

Donnerstag, 10. März 2005

Freigeist?

Den vierten Tag blog... und schon erreichen mich Emails, Nachrichten; mal direkt angesprochen, mal zwischen den Zeilen angedeutet, dann wirder zögernd gefragt:
Hast Du ein Verhältnis mit ANH?

Ist tatsächlich eine Verdrängung des Libidösen der Grund dafür, dass es durch jedes Hinterstübchen wieder eintritt, Be-urteilungen und Ein-Schätzungen indoktriniert mit dem umbewußten Blick des Pionierwunsches; der Sucht, etwas Verbotenes, etwas An-stössiges zu entdecken?

Dann wird aus dem Dialog zweier Personen eine Affäre; die projizierte Libido wird zum Tor der Hölle; eines Pfuhls, so sehr mit schlechten Szenen und drittklassigen Romanauszügen gepflastert, dass es kein Entrinnen mehr gibt. Die Entgleisung der Projektion stört nicht weiter, sie ist sozusagen Normalität, war zu erwarten. Einzig störend ist der inhärente und implizierte Sexismus; die Schablone, unter der dieses Blog von den Larvalen somit gelesen wird... die Affäre von ANH - nicht: die Gedanken und Arbeiten von Source.

Gleichwohl gebrandmarkt wie beneidet ob einer fiktiven Annahme ist jeder Kommentar unerbittlich (und schon bevor er ausgesprochen wird) der Schablone unterworfen. Nicht zu reagieren wird dann zum stillschweigenden Bekenntnis, richtig Stellen zur Rechtfertigung, hinter der "sich ja etwas verbergen m u s s, sonst würde sie nicht erfolgen".

(Tagebuchauszug 10.03.2005 era vulgari)


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