Penta - 9. Dez, 07:48

Blick nach vorm im Zorn!

Habe gerade in der NZZ nach einem passenden Artikel gesucht und wurde NICHT fündig! Da war ich platt. Die NZZ ist nämlich für mich eine der tiefgründigsten und themenreichsten Tageszeitungen von internationalem Zuschnitt.
Kein Artikel über seinen Nobelpreis? Unglaublich. Vielleicht liegt es an meinen mangelhaften Fähigkeiten, deren Suchfunktion zu nutzen. Aber ausgerechnet bei der FAZ - ich schäme mich, mein Interese an diesem Blatt zu bekennen - finden sich drei Artikel.

Es beginnt am 25. 11. mit der Notiz, dass P. zu krank ist, um seinen N.-Preis persönlich entgegen zu nehmen.

http://www.faz.net/s/RubF7538E273FAA4006925CC36BB8AFE338/Doc~E2197F9E6247C48DB907AD1C71130B275~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Aber richtig nett wurden die Artikel erst gestern. :-)

http://www.faz.net/s/Rub28FC768942F34C5B8297CC6E16FFC8B4/Doc~ECDC36E579A364391A9026EF2ABDD5489~ATpl~Ecommon~Scontent.htm

"Der schwer krebskranke Dramatiker saß im Rollstuhl, in eine Wolldecke gehüllt, aber seine Stimme, so schildern es Beobachter, war kaum weniger kraftvoll als seine Worte. Pinter, der selbst oft auf der Bühne gestanden hat, gilt als ausgezeichneter Schauspieler. In Stockholm hat er sich verschafft, was man in Theaterkreisen als effektvollen Abgang bezeichnet. Denn von einem Abgang muß man reden, weil Pinter seine Rede erkennbar als Vermächtnis angelegt hat."

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E67F51A4E9ECE4B2085A77DC54DDF94EE~ATpl~Ecommon~Scontent.html

"Zumindest in diesem Saal war Pinters Überzeugung, der zufolge die Vereinigten Staaten und Großbritannien von „Massenmördern und Kriegsverbrechern” geführt werden, offenbar mehrheitsfähig."

:-D Na also!

"Was er in seinen Stücken so oft zelebriert hat, hält er in der Wirklichkeit nicht aus: daß die Dinge ungemischt nicht zu haben sind. Die Aufgabe, so hat er 1958 geschrieben, bestehe darin, nach der Wahrheit zu suchen. Heute glaubt er längst, er habe sie gefunden."

Vielleicht schreibt Hubert Spiegel das zurecht. Für mich liegt der Wert des Lebens mehr im Zorn eines gealterten Dichters, als in frühseniler "Altersweisheit", die in Wirklichkeit eher indifferente Zurückhaltung ohne dritte Zähne sein wird. Yeats (Nobelp. 1923) gab die Rolle des zornigen alten Dichters erfolgreich vor seinem Nobelpreis. Ich nehme sie ihm ab.

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