Freitag, 7. Juli 2006

...

Ich habe es versucht, doch konnte es nicht greifen. Der Körper erinnert sich schneller; die Gänsehaut, das Adrenalin, die Beschleunigung des Blutes zum Viervierteltakt. Schweiß, die aufgeregten Hände. Ein Schatten ging vorbei, als ginge er durch mich hindurch, genau so, wie man sagt: der Tod oder ein Dämon streifte mich, und schlug im Dunkel leise eine Saite an auf einer lang versunkenen Harfe tief in der See. Ich wußte, war mir sicher, dies ist die Spur, die Antwort, die Lösung meines Rätsels, das die Ursache all meines Versagens und all meiner Angst birgt. So eindringlich glitt der Schatten vorbei, dass der Körper sich in jagenden Schauern eines blanken Grauens erinnerte. Nicht aber das Wort, der fiebernde Geist, der sofort die Fährte aufnahm, während der kurze Moment, in dem Licht die Tiefe gestreift hatte, schon erlosch. Das Grauen blieb ohne Namen, die Nacht ohne Licht. Je mehr ich mich anstrengte, den Schatten zu halten, der all meine Antworten besaß, desto mehr entglitt er mir, wurde zu Nebel, hüllte sich in das Alltagsbewußtsein wie eine muslimische Braut in ihre Hochzeitsgewänder und verrauchte unter meinem Tasten. Nur das Gefühl, etwas wirklich Wesentliches und Wichtiges verpasst zu zu haben, wie einen lange erwarteten Menschen oder einen Zug, der die Kilometer überbrückt zur Chance unseres Lebens, blieb zurück.



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