parallalie - 21. Jan, 20:12

nun muß ich mir was neues ausdenken für mein weblog, denn was wollte ich doch gerade posten? na?

a.: moment : ungaretti : m'illumino d’immenso. vgl. hier: http://parallalie.twoday.net/stories/406791/
[b. wartet auf variationen ad hoc]
c.: leucht auf ich durch / unsäglich (silbentreu)
d.: unsagbar
e.: nicht messen!
f.: am maß aller dinge : sagt es sich : unsagbar : ich
g.: kotau
h.: =;
i.: am unmaß der dinge : sich unsagbar : das ich
j.: jetzt haben sie mich plagiatiert :-))
k.: ja natürlich... nachgeschmack nennt man das
l.: plagiatiert?
m.: plagiiert?
n.: ein Scherz - darum das Wort verfremdet
o.: maßlos : das sein : davor ein ich
p.: unermesslich : licht sein : sag es
q.: unmengen lichts : dir fatal
r.: das augenlicht : am grenzenlosen : sein : verhüllt
s.: schleier dem du : was du hüllen : vertan
t.: und namenlos : jetzt schleier : und ich
u.: noch enthüllen : schleier : was verborgen
v.: im unmaß : in dingen : ans licht
w.: und blenden : ihm : was licht : ihm gebar
x.: ihn : der nicht weiss : vom ich
y.: so ich : noch weiß : im schneelicht

[z. (der vervollständigung halber): icht im schnee : weiß : ich auch so]

TheSource - 21. Jan, 20:30

Die Essenz

zog ich heraus :-)
Und trotz der originalen Gesamtpassage kann man immer noch nicht erkennen, wer was schrieb, da Manches hintereinander von der gleichen Person stammt.
Rätselratmails soeben gelesen.
terezia - 22. Jan, 00:17

Unsäglich

Dies eine Wort aus der Feder Trakls:

Ein offenes Fenster, an dem ein süßes Hoffen zurückblieb -
Unsäglich ist das alles, o Gott, daß man erschüttert ins Knie bricht.


Und unsaglich auch.
TheSource - 22. Jan, 13:52

Die Knie es beugt und Seelen Flügel rückgewinnt?
Was wissen wir davon, was sehnen wir uns so?
Ich weiß es nicht.
terezia - 22. Jan, 14:18

Wissen und Sehnsucht

widersprechen sich.
Was das Gedicht kann: Das Nicht-Wissen erfühlbar machen.
TheSource - 22. Jan, 14:33

Da widerspreche ich.

Nicht dialektisch, ganz im vitalen Sinne der Sehnsucht:
Man kann sich auch nach etwas sehnen, von dem man w e i ß, dass es existiert und das einem bspw. vorübergehend nicht zugänglich oder vielleicht sogar für immer verloren ist. Letzteres ist Stoff für große Dramen und dennoch (oder darob) ganz einfache, nahezu alltägliche Menschenschicksale.

Das Nicht-Wissen erfühlbar machen
Das ist schön.
Ja, auch das kann es *lächelt.
terezia - 22. Jan, 15:23

Wir haben unterschiedliche Vorstellungen von der Sehnsucht (wie könnte es anders sein). Ich stimme Ihnen natürlich zu im Rahmen Ihrer Definition.
"Meine" Sehnsucht ist auf der Suche nach etwas, von dem sie noch nicht einmal den Namen weiß, geschweige denn, wo dieses zu finden sei. Manchmal sehr quälend, dieses Gefühl, manchmal von Ahnungen durchdrungen, manchmal sehr inspirierend. Ich bin - trotz dieser Gespaltenheit - aber dankbar, dass es so ist. Wie verzweifelt wäre ich, wenn mich diese Sehnsucht eines Tages verließe. Das fühlte sich an wie jenes Dauerlächeln in den Gesichtern mancher Buddhastatuen, das mich noch nie dazu gebracht hat, mir den Zustand der Erleuchtung als wünschenswerten vorzustellen.

parallalie - 22. Jan, 15:57

Ich wende mich hier an diese Frau nur deshalb, weil sie abwesend ist (an wen kann man denn schreiben außer an Abwesende?). Durch ihre Entrückung verschwimmt sie mir mit meinem Fernweh, drängt sich zwischen mich und die meisten meiner Gedanken. Gewiß kann nicht die Rede davon sein, daß sie geliebter Gegenstand wäre, sie ist nur Substanz für Melodie, Inbild - zufälliges vielleicht, aber dennoch angeeignetes - alles dessen, was mir fehlt, das heißt alles dessen, wonach ich mich sehne und was mich gebunden hält durch das dringende Bedürfnis, mich auszudrücken, in mehr oder weniger überzeugenden Sätzen das immer zu wenige, was ich erlebe, zu formulieren und auf dem Papier festzuhalten, durchdrungen wie ich von der Vorstellung bin, daß eine Muse notwendigerweise eine Tote, eine Unerreichbare oder eine Abwesende ist, von der Vorstellung, das dichterische Gebäude - einem Kanonenrohr ähnlich, das nichts weiter als ein Loch mit Bronze ringsherum - könne nur auf dem beruhen, was man nicht hat, und es handle sich schließlich beim Schreiben nur darum, ein Vakuum auszufüllen oder wenigstens durch Bezugnahme auf die klarsichtigste Stelle unserer selbst, die Lage des Ortes festzustellen, wo dieser inkommensurable Abgrund klafft.
Michel LEIRIS, Mannesalter
TheSource - 22. Jan, 20:10

Unsere Vorstellungen sind

gar nicht so unterschiedlich. Vielmehr: Gibt es nicht Facetten und Schattierungen innerhalb der Sehnsucht, die beides - und mehr - abdecken? Ich denke ja.
Wir können uns bspw. nach einer Liebe sehnen, nach etwas, das wir mal hatten, das wir "kennen" in dem Sinne: inetwa wissen, wie es sich anfühlt, wenn es d a s ist - und wir können uns nach dem Unermesslichen, Unnennbaren sehnen, nach dem, was uns treibt, ohne das wir uns je getrieben fühlten.

"Es haben die erlangt, die nach dem Unermesslichen verlangt haben".
(Seltsam, dies zitierte ich heute schon einmal in einem Messenger-Dialog)
Und auch hier: Erleuchtung ist ebenso auch eine Kollision der Welten. Nur eben in dem Falle nicht buddhistisch - sondern tantrisch. Sic: Ein Prozeß, kein Zustand.
parallalie - 22. Jan, 21:51

den satz vom erlangen und verlangen gibt es sinngemäß auch bei Leiris : wenngleich er im fazit bedauert : eben nicht das unerreichbare : verlangt zu haben : es ist aber dennoch immer wichtig : etwas erreichen zu wollen : was jenseits liegt : das auf jeden fall : und bei mir kann es auch dahin interpretiert werden : daß ich versuche : diese beiden zeilen von ungaretti : adäquat für mich wiederzugeben : um dadurch vielleicht zu erfahren : wo dieses immense : für mich liegt
terezia - 22. Jan, 21:51

Ich gebe Ihnen recht.

Ich dachte bei mir, indem ich über meine/Ihre Definition von Sehnsucht nachdachte, an die vielen Formen von Sehnsucht und wie sie sich oftmals überdecken. Wie Verlust von etwas eine ganz große Rolle spielt, also die Sehnsucht nach etwas Bekanntem, etwas wiederfinden wollen. Dann diese andere Sehnsucht, die allumfassend ist und ahnen lässt, dass hinter allen Horizonten wieder Welten liegen und hinter diesen Welten wieder Horizonte und das ins Endlose gedacht.
Menschen ohne Sehnsucht haben sich aufgegeben. Sehnsucht ist etwas zutiefst lebendiges, lebendes, auch schmerzendes. Insofern dieses "buddhistische" Lächeln als ein Zustand, dem ein Prozess zwar vorausging, für mich aber eine Art Stillstand symbolisiert. Man ist "angekommen", dahinter liegt so viel sog. bürgerliches Denken samt seiner Wertvorstellungen, etwas der Sehnsucht völlig abgekehrtes, das nach Sicherheit und Statik sucht. Ist aber wohl in diesem Zusammenhang nur eine Frage der Wortwahl. Ich denke schon, dass uns das hier Gemeinte beiderseits nicht fremd ist.

*

@parallalie: wie schön! Und wie wahr.
terezia - 22. Jan, 21:54

touchée!

:-)
parallalie - 22. Jan, 22:10

und ergänzend würde ich sogar sagen : das unerreichbare der sehnsucht : liegt in ihrem scheitern : und alles geht darauf hinaus : dieses scheitern immer weiter : über die erkannten grenzen : hinauszuschieben : bis es dann doch erkannt werden : muß
TheSource - 23. Jan, 00:47

ja, oh ja

und aus den Grenzenhüllen die Titanengestalt der Seele in die Sehnsucht sehnen.
So vollkommen - so unermesslich unsäglich

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