Zero. Elma. Fragment 23s

Im Zentrum von Elmas Glauben regierte die Trübsal über das geschrumpfte Reich aus Küchendünsten, verstaubenden Regalen und dem winzigen Balkon. Wenn sie sich nur erinnern könnte, wann und womit ihr allmählicher Abschied von der Welt begonnen hatte; welche Worte hatten ihn begleitet, was war vorgefallen, wann hatte es begonnen? Die Banalität aller Erinnerungen wog schwerer, als Leben es sollte. Wie erstaunlich, dachte Elma, dass etwas, das so hohl war, eine solche Schwere haben konnte. Es gibt Erkenntnisse, die Grundsätze erschüttern. Sie rollen wie ein Gewitter heran, zerreißen das Zentrum aus stehender Luft mit ohrenbetäubendem Knall. Sie werden nicht erlangt, nicht gewonnen, nicht gelesen, sie suchen heim, fauchen Atem, atomisieren Überzeugungen, verbrennen die Toten. Nicht die Trübsal nimmt sich ihre Zeit mit Gewalt, wenn wir ihr keine einräumen. Es ist die Zeit, die uns vereinnahmt, nicht das, womit wir sie füllen. Und nur, weil wir gegen die Zeit nicht ankommen, füllen wir sie vorzugsweise mit Leben. Elma lachte. Das war das ganze Spiel. Dafür hatte Prometheus das Feuer gestohlen, dafür hatten Generationen gekämpft und nur dafür werden wir seitdem geboren, für die Freiheit, die Zeit zu füllen oder zu verschwenden wie uns beliebt.


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