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Sonntag, 28. Mai 2006

Blaue Worte II

Ich kann mich nicht versöhnen mit der Welt, nicht versöhnen mit dem Gedicht, nicht mit der Natur des Menschen, nicht mit dem Formalen und dem dunklen Brot des Landes. Meine Worte sind rot und gelb, nicht, um blau angemalt zu werden, sondern um rot zu sein und gelb. Um all die Orangeschattierungen an Wände zu werfen wie kleine Wasserbomben mit Kinderhand. Warum machst Du die Tagesschau an, wenn meine Worte rot sind, suchst das Rot weit weg hinter dem rationalisierten Grauen, wie Rot auf den Ölfeldern des Irak, und dem Blau des Logos. Beim Brötchenschneiden schnitten wir uns beide in die Finger und trotzdem liegt das Messer noch in der Küche. Wird nicht entsorgt. Wenn ich meine Worte in Blau hülle, dürfen sie dann bleiben und in der Küche wohnen, neben Milch, Messer und Wein?


Aus Jasminas nie gefundenem Tagebuch, Seite 34


Arbeitsnotate

Blaue Worte

An diesen Sonntagen
trocknen die
Worte in blau


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